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Montag, 24 September 2018 07:10

Hongkong: Hochgeschwindigkeits-Eisenbahn nach China eröffnet

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Fotos Regierung.

Hongkong hat am Samstag (22.09.18) mit der Eröffnungszeremonie und am Sonntag (23.09.18) mit dem planmäßigen Betrieb eine neue Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverbindung ins chinesische Hinterland, genannt Guangzhou-Shenzhen-Hong Kong Express Rail Link (XRL), eröffnet, die die Anbindung der Stadt an das chinesische Hochgeschwindigkeitsnetz ermöglicht, aber auch Bedenken über den schleichenden Einfluss Pekings auf die teilautonome chinesische Region aufwirft.

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Die von der MTR Corporation betriebenen Züge mit Namen wie Harmony und Vibrant Express fahren die 26 km lange Strecke von West Kowloon Station in Hongkong über die Grenze in Chinas Tech-Hub Shenzhen in nur 14 min, gegenüber derzeit etwa einer Stunde. Die durchgängige Fahrt in die Provinzhauptstadt Guangzhou dauert etwas mehr als eine halbe Stunde und ist damit etwa 90 Minuten schneller als der bisherige Betrieb.

Das System, das mehr als 10 Mrd. USD gekostet hat und deren Bau mehr als acht Jahre in Anspruch nahm, soll täglich mehr als 80.000 Passagiere zwischen dem asiatischen Finanzzentrum mit 7 Mio. Einwohnern und dem benachbarten Produktionszentrum der Provinz Guangdong transportieren. Das Projekt bringt Chinas Plan näher, 11 Städte in seinem südlichen Gürtel zu einem großen Wirtschaftscluster, der "Greater Bay Area", zusammenzuführen.

Die neu errichtete Endstation West Kowloon gab Anlass zu großen Rechtsstreitigkeiten, als im Juni dieses Jahres bekannt wurde, dass das chinesische Festlandrecht innerhalb von etwa einem Viertel der Bahnhofsfläche gelten würde. Wie beim Eurostar-Zug, der Passagiere zwischen London und Paris pendelt, werden die Reisenden dort ihre Dokumente vor dem Einsteigen in den Zug sowohl von Hongkonger als auch von chinesischen Einwanderungsbeamten überprüfen und bearbeiten lassen.

Eine der bekanntesten Anwaltsgruppen der Stadt, die Hong Kong Bar Association, lehnt diesen Schritt ab, da zum Übertritt 1997 von der britischen zur chinesischen Herrschaft Hongkong die Aufrechterhaltung von Rechten wie Rede- und Versammlungsfreiheit bis 2047 garantiert wurde. Schon 2014 gab es Reformen fordernde Massenproteste auf der Straße, als Folge wurden Anklagen gegen mehr als 100 Demonstranten erhoben.

WKZ, Quelle Regierung, Daytondailynews, Washington Post

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Letzte Änderung am Sonntag, 23 September 2018 19:14