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Dienstag, 06 November 2018 07:10

Australien: Geisterzug des Minenbetreibers BHP Billiton nach 92 km zum Entgleisen gebracht

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Fotos vom Erzabbau in West-Australien: BHP Billiton.

Der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP Billiton musste seinen Schienenbetrieb in Westaustralien, der Heimat seines riesigen Eisenerzgeschäfts, einstellen, nachdem er gezwungen war, einen freigesetzten Erzzug am 05.10.18 zum Entgleisen zu bringen. Es wurde niemand verletzt.

Das Transportsicherheitsbüro ATSB spricht von einem außer Kontrolle geratenem, beladenen Erzzug, M02712, der von BHP am 5. November 2018 auf der Strecke von Newman nach Port Headland in Westaustralien gefahren wurde. Der Zug, bestehend aus vier Lokomotiven und 268 Wagen, hielt am Kilometerpunkt 211 nahe Hester sidling. Der Lokführer stieg von der Lokomotive ab, um ein Problem mit einem Wagen zu untersuchen.

Während sich der Triebfahrzeugführer außerhalb der Lokomotive befand, begann der Zug zu rollen. Mit niemandem an Bord fuhr er etwa 50 Minuten lang und legte dabei 92 km zurück, bevor er bei Turner-Siding etwa 119 km vom Exporthafen Port Headland entfernt absichtlich von der Kontrollzentrale an einer Reihe von Weichen zur Entgleisung gebracht wurde.

Western Australia Iron Ore (WAIO) ist ein integriertes System von vier Verarbeitungszentren und fünf Minen, die durch mehr als 1.000 km Schieneninfrastruktur und Hafenanlagen in der Region Pilbara im Norden Westaustraliens verbunden sind. In jedem Minenzentrum - Newman, Yandi, Mining Area C und Jimblebar - wird Erz aus Minen zerkleinert, aufbereitet (wo nötig) und gemischt, um hochwertige Hämatitklumpen und Feinstprodukte herzustellen.

Die Eisenerzminen von BHP in Westaustralien sind die wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens und trugen im vergangenen Jahr fast 40 Prozent zum Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei. Eine langwierige Aussetzung könnte daher den Konzerngewinn belasten.

"BHP sollte 2019 273-283 Mio. t Eisenerz der Pilbara-Region exportieren, was sich bei einer längeren Aussetzung auswirken könnte", sagte Edward Sterck, Analyst bei BMO Capital Markets, gegenüber der Financial Times. "Ausgehend von der Entfernung von etwa 120 km von Port Hedland scheint es, dass der überwiegende Teil der Pilbara-Produktion von BHP betroffen sein wird. Bei erheblichen Gleisschäden kann es vorkommen, dass die Beladungen und Geschwindigkeiten der Züge nach Reparaturen und Neustart der Sendungen eingeschränkt werden."

Ansaldo STS und Rio Tinto haben vor einem Jahr den ersten vollständig autonomen Güterzug in Australien gestartet. BHP strebt ebenfalls den Einsatz autonomer Erzzüge an.

RL, WKZ, Quelle ATSB, BHP Billiton, Finanvial Times

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Letzte Änderung am Dienstag, 06 November 2018 07:34