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Samstag, 29 Oktober 2016 11:17

Kamerun: Unglückszug fuhr zu schnell

Am 21. Oktober ist der Intercity 152 des Bahnunternehmens Camrail mit 1.300 Fahrgästen an Bord auf dem Weg von der Hauptstadt Yaoundé (Jaunde) in die Küstenstadt Douala im Bahnhof Eseka entgleist, die Bilanz des Unglücks sind derzeit 79 Tote und mehr als 500 Verwundete.

Ursache war der Zusammenbruch einer Brücke auf der Straße, die ebenfalls beide Städte verbindet. Die unterbrochene Straßenverbindung führte dazu, dass die Reisenden in die völlig überfüllten Züge ausweichen mussten. Um den Andrang zu bewältigen, hat Camrail die Anzahl der Wagen von 9 auf 17 erhöht.

Wie der Präsident von Bolloré Africa, Eric Melet, am 25.10.16 gegenüber Reuters mitteilte, fuhr der Zug zu schnell durch den Bahnhof: "Die Geschwindigkeit der Annäherung an den Bahnhof ist eindeutig mit der Entgleisung in Verbindung zu bringen. Es gibt viele Parameter, die auf einer Eisenbahnstrecke eine Rolle spielen. Sie müssen genau analysiert werden, bevor man mehr sagen kann." Der IC ist mit 80 km/h durch den Bahnhof gefahren, das entspricht der doppelten erlaubten Geschwindigkeit.

Melet fügte hinzu, dass die Verdoppelung der Anzahl der Wagen vorher mit den Behörden abgesprochen war und die zusätzliche Anzahl an Fahrgästen innerhalb der Kapazitäten der Wagen lag.

Anders reagierte die Regierung, die sich offenbar die Bolloré-Gruppe als Symbol des französischen Imperialismus in Afrika als Sündenbock ausgesucht hat. Der Verkehrsminister Edgar Alain Mebe Ngo'o nannte die Entscheidung zur Erhöhung der Anzahl der Wagen als "in der Verantwortung von Camrail" liegend.

WKZ, Quelle Le Monde

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