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Mittwoch, 06 Februar 2019 07:10

Algerien/Marokko/Tunesien: Wiederbelebung des Projekts "Highspeed Casablanca - Tunis"

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Fotos SNCFT, SNTF.

Die Arabische Maghreb-Union (Union du Maghreb arabe, UMA) erwägt die Wiederaufnahme des Projekts einer transmaghrebinischen Eisenbahn, die Tunesien, Algerien und Marokko miteinander verbindet.

Das in Rabat ansässige Generalsekretariat der Arabischen Maghreb-Union hat von der Afrikanischen Entwicklungsbank (BAD) einen Zuschuss erhalten, der aus Mitteln der von ihr verwalteten Infrastrukturprojektvorbereitungsfazilität (NEPAD-IPPF) gewährt wurde, um die Kosten für die Vorbereitungsmaßnahmen zur Rehabilitierung und Modernisierung der transmaghrebinischen Eisenbahnstrecke zwischen Algerien, Marokko und Tunesien zu finanzieren. Dafür wurde am 29.01.2019 eine internationale Ausschreibung für die Einstellung eines "individuellen Beraters" gestartet, der für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit einer entsprechenden Studie zuständig ist. Die Frist für die Einreichung von Bewerbungen ist der 15. Februar 2019.

Ziel des Projekts ist es, in einem ersten Schritt die 363 km lange Eisenbahnstrecke zwischen Algerien und Marokko und weitere 503 km zwischen Algerien und Tunesien zu sanieren und zu modernisieren. Ein Teil des BAD-Zuschusses, dessen Höhe von der WBU nicht bekannt gegeben wurde, dient der Organisation eines für den 28. März 2019 geplanten Runden Tisches.

Die transmaghrebinische Eisenbahnstrecke wird voraussichtlich rund 2.350 Kilometer lang sein. Die Kosten für dieses Projekt, das Anfang der 90er Jahre initiiert wurde und auf die Förderung des Handels zwischen den drei zentralen Maghreb-Ländern und die Gewährleistung des freien Personen- und Warenverkehrs abzielt, werden auf 3,8 Mrd. USD (3,3 Mrd. Euro) geschätzt.

Der Vorschlag einer transmaghrebinische Eisenbahnstrecke oder "Highspeed Casablanca - Tunis" stammt aus dem Jahr 2015. Er wurde bisher aber nicht forciert angegangen, ebenso wie auch eine transmaghrebinische Autobahn, die Mauretanien, Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen durchqueren soll. In Algerien wären Teile der Eisenbahn schon vorhanden, aber der Generaldirektor der algerischen Bahn SNTF, Yacine Bendjaballah, hatte die Strecke Algier - Tunis Anfang 2018 als "nicht auf der Prioritätenliste" erklärt.

WKZ, Quelle Arabische Maghreb-Union, Huffington Press

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Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Februar 2019 06:42